The Collaborative Future | Arbeit und Zusammenarbeit in der Zukunft

 The Collaborative Future | Arbeit und Zusammenarbeit in der Zukunft

Zusammenarbeit!
Zusammenarbeit ist existentiell für die Spezies Mensch und eine Grundlage für das Funktionieren unserer Gesellschaft. Der Mensch ist ein soziales Wesen und auf Zusammenarbeit angewiesen. Unsere Entwicklung in der letzten Million Jahre wurde im Wesentlichen durch die Verbesserung von Kommunikation, Zusammenarbeit und Wissensaufbau vorangetrieben.

Allein auf sich gestellt hätte ein Mensch heute kaum eine Chance zu überleben – vielleicht als Jäger/Sammler/Bauer in einer intakten natürlichen Umwelt mit dem „Komfort-Standard“ der frühen Eisenzeit.

Für die Zusammenarbeit hat der Mensch bestimmte Eigenschaften und Techniken entwickelt, die Kollaboration organisieren und harmonisieren. Erst mit dem Aufkommen der gesellschaftlichen Differenzierung mit herrschenden Eliten veränderte sich die Form der Zusammenarbeit. Der Begriffsbestandteil „Zusammen“ wurde so häufig zu „Viele zum Nutzen von Einigen“ (Wenigen). 

Der zweite Begriffsbestandteil, „Arbeit“, bedarf heute auch einer Neudefinition.
Diente Arbeit in den Frühzeiten der Menschheit dazu sich zu ernähren und sich fortzupflanzen, letztlich wie bei allen Lebewesen, so ist besonders durch den Taylorismus ein vollständig anderer Umgang mit Arbeit entstanden. Hinzukommt, dass neben den Tätigkeiten, die greifbare Werte wie Nahrung, Werkzeuge, Schutzeinrichtungen und ähnliches schaffen, immer mehr Arbeit im Bereich des Managen, Koordinierens und Papierschwärzens angesiedelt wurde. Die interlektuelle Tätigkeit trat neben das Physische-Güter-schaffen. Das Büro ist eine erst relativ junge Erfindung aus dem 5. vorchristlichen Jahrtausend. Zusammen mit der Schrift, den ersten Dokumenten und den frühen Archiven entstanden mit den Schreibstuben auch die ersten Büros. Bleiben wir also zunächst einmal bei der Idee des „Büros“ als Ortes der Zusammenarbeit.

Bisher ist das Büro eine spezielle Lokation, die abgrenzt vom privaten Lebensraum der Arbeit dient. In Büros kommen Menschen zusammen, um über den Tag hinweg gemeinsam oder für sich Arbeiten zu erledigen, die durch Audio und Audio-visuelle-Kommunikation in Gesprächen, Konferenzen und Telefonaten sowie durch in verschriftlichte Form gebrachte Information mit Erstellung, Empfang, Lektüre, Bearbeitung, Bewertung, Versand und Anstoß weiterer Tätigkeiten bestimmt ist. Eingebunden sind Kolleginnen und Kollegen vor Ort, mit denen man direkt zusammenarbeitet, betroffen aber noch mehr Dritte außerhalb des Büros, mit denen zwar direkt kommuniziert, aber in der Regel nur asynchron kollaboriert. Im Büro und in dieser spezifischen Kollaboration geht es nur um Information und deren Hand¬habung. Informationsgewinnung, Informationsnutzung, Informationsdokumentation und Informationsverbreitung sind Gegenstand der „Office Collaboration“.

Längst sind wir dem Zeitalter der Schreibmaschine (von Vorschlägen einiger Bundestagsabgeordneten einmal abgesehen) und Brieftauben entronnen. Elektronische Systeme von der Telefonie über Video-Konferenzen, E-Mail, Team-Rooms und Textverarbeitungen bis zu Fachanwendungen, Social Media und Information-Management-Lösungen unterstützen uns heute bei der Kollaboration und der Dokumentation der Zusammenarbeit. Die Vielfalt der Lösungen und der unterstützten Wege von Zusammenarbeit und Kommunikation hat sich vervielfältigt, auch wenn die Systeme versuchen die ursprüngliche direkte Audio-visuelle Kommunikation außerhalb des eigenen Büroraums und die gemeinsame Arbeit an verschriftlichten Informationen wie Dokumenten softwaregestützt nachzubilden. Direkte, sofortige Reaktion, Geschwindigkeit, rücken bei der Zusammenarbeit in den Vordergrund. Die Systeme helfen dabei Orts-, Zeit-, Sprach- und Kulturgrenzen zu überwinden. Man möchte von asynchronem Zusammenarbeiten mit Zeitverzug möglichst zum synchronen Kommunizieren und Kollaborieren kommen. „Zeit ist Geld“ und nur durch unverzügliche, direkte, persönliche Ansprache von Partnern und Kunden meint man im globalisierten Wettbewerb bestehen zu können.

Das Büro der Zukunft hat keine Wände!

Die Entwicklung der Technik für die Kommunikation und die Zusammenarbeit ist so weit fortgeschritten, dass die bisherige Idee des Büros obsolet geworden ist. Die Frage nach dem Büro der Zukunft im Sinne eines Ortes ist daher bereits überholt. Der Ort spielt im Zeitalter der Mobilität und Heimarbeit eine immer geringer werdende Rolle. Als selbstverständlich wird bereits hingenommen, sich seinen Container beim Eingang abzuholen und sich irgendwo einen Platz zum Arbeiten zu suchen. Fast selbstverständlich ist die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten. Bereits weit verbreitet ist der nächste Evolutionsschritt, sich irgendwo einzuloggen und Arbeitstätigkeiten nachzugehen. Die mobile Revolution hat in der westlichen Welt den stationären Arbeitsplatz vielfach obsolet gemacht. Es geht also nicht darum, wie das Büro der Zukunft aussieht, sondern wie wir in Zukunft arbeiten und was Arbeit zukünftig ausmacht.

Bisher orientierte sich Technologie und Software an der Form wie Menschen zusam-menarbeiten: direkte Kommunikation, gemeinsames Bearbeiten von Informationen, Informationsverteilung, unterstützende Prozesssteuerung. Gerade das Portfolio von Enterprise Content Management mit Collaboration, Workflow, Web 2.0, BPM, E-Mail und anderen Funktionen hat einen großen Anteil, wie wir heute arbeiten. E-Mail ist z.B. die am häufigsten genutzte Textverarbeitung, Audio ist längst durch Video ergänzt. Zeit und Entfernung spielt eine immer geringere Rolle. Technik bringt die Menschen bei der Zusammenarbeit zusammen und unterstützt die für den Menschen typischen Formen des Informationsaustausches. Neben asynchronem Arbeiten an gemeinsamen Aufgaben tritt das synchrone, gleichzeitige Arbeiten. Auch die Verschriftlichung der Kommunikation und der Ergebnisse der Kommunikation wird von Systemen erleichtert durch Spracherkennung aber auch durch banale Techniken wie „Copy & Paste“ und die Bereitstellung von Vorschlägen. Aktuelle technologische Entwicklungen, die wir dem Enterprise Content Management oder dem Enterprise Information Management zuordnen, verändern die Arbeit im Büro disruptiv und unumkehrbar. Die Ergänzung bisheriger Funktionalität besonders durch Spracherkennung, Automation, lernende und antizipierende Systeme krempelt die Bürotätigkeit um. Einmal digital und virtuell aufgestellt gibt es keinen Weg zurück in die Papierwelt.

Jedoch rein funktional die Veränderung zu betrachten, ausgehend von Studien und „Musterarbeitsplätzen für Wissensarbeiter“ mit wandfüllenden Bildschirmen, verstellt den Blick auf das eigentliche Problem – die Übernahme der Arbeit durch Software. Heute steht noch die Erleichterung und Beschleunigung der menschlichen Tätigkeit im Vordergrund. Menschliche Kommunikation und Zusammenarbeit von Menschen sind immer noch der Maßstab „aller Dinge“, an dem sich die Entwicklung von Software bisher orientierte.

Die Automatisierung der Arbeit vernichtet auch das Büro!

Während viele Bereiche der Produktion bereits automatisiert sind und auch vor handwerklichen Bereichen (z.B. 3D-Druck), der Landwirt (z.B. satellitengesteuerte Aussaat) und dem Transport (z.B. selbststeuernde Fahrzeuge) nicht Halt macht, erscheint das Büro wie eine der letzten Oasen der Arbeit. Natürlich nicht das Call-Center, wo im Akkord telefoniert wird. Das klassische Büro bietet immer noch Raum für Selbstorganisation, einen Kaffeeplausch und mal den Kopf auf die Schreibtischplatte legen. Im herkömmlichen Büro ist auch Platz für Muße und kreatives Denken. Gerade hier bei den noch relativ frei organisierten Arbeiten ist es am Einfachsten mit der Automatisierung anzusetzen. Und dies geschieht. Workflow-Software dient nicht nur dazu Prozesse zu vereinheitlichen und zu beschleunigen, sondern auch Freiräume und Menschen zu entfernen. Der Mensch tritt dabei auch als Maßstab für das „Wie“ bei der Zusammenarbeit zunehmend in den Hintergrund. Menschliche Arbeit im Büro wird inzwischen als Behinderung, als Kostenfaktor und als Hemmschuh für agile Unternehmen betrachtet. Vorbild ist die Automatisierung in der Industrie. Selbst wo es keine gleichförmigen repetitiven Prozesse gibt, wird die Zusammenarbeit formalisiert und standardisiert. Inzwischen werden wir auch im Büro gleichermaßen von Software angeleitet, gesteuert und kontrolliert. Die Ergebnisse der Büroarbeit sind – wenn man den Betriebsrat außen vorlässt – bis ins Details nachvollziehbar: Gesprächspartner und Dauer von Telefonaten werden ebenso aufgezeichnet wie die Zeit, die wir mit einem Lesen eines Dokuments am Bildschirm und der Vervollständigung der Daten in einer Anwendung verbringen. In diesen Prozessen ist heute immer noch der Mensch als Zentrum von Kommunikation und Kollaboration involviert.

Zukünftig ist der Mensch nicht mehr das Maß aller Dinge bei der Arbeit. Besonders im Bereich der kommunikativen Tätigkeit und der Wissensarbeit muss Arbeit neu definiert werden. Arbeit einmal als Grundlage für unser eigenes Selbstverständnis als arbeitende Person aber auch Arbeit als Grundlage für die Vergütung unseres zeitlichen und interlektuellen Aufwandes. Viele Menschen definieren sich über ihre Arbeit, über die damit verbundene Anerkennung und den ermöglichten Lebensstil. Arbeitslos zu werden und zu sein wirft Menschen in eine Lebenskrise. Je mehr die Automatisierung in allen Lebensbereichen voranschreitet, desto mehr werden Menschen ohne oder zumindest ohne sinnstiftende, befriedigende Arbeit sein. Die Automatisierung des Büros wird dabei ebenso eine Welle der Arbeitslosigkeit hervorrufen wie dies die frühe Industrialisierung getan hat. Damals gab es jedoch neue Formen der Arbeit, die dem Menschen anschließend ein neues Auskommen gewährten. Wie sieht jedoch die Rolle des Menschen nach dem nächsten Automatisierungszyklus aus?

Was mit Workflowsystemen begann, die nach vordefinierten Regeln die Arbeitsabläufe steuerten hat sich längst auf andere Bereiche der „Unterstützung“ bei der elektronischen Büroarbeit ausgedehnt. E-Mail-Management-Systeme beantworten Standardanfragen selbsttätig aus einem Baukasten von vorbereiteten Texten. Bestellungen und Zahlungen werden von der kaufmännischen Software direkt verbucht. Allgegenwärtige Auswertungssysteme schlagen uns die nächsten Geschäftsentscheidungen vor. Solche Systeme wurden und werden vermarktet, den Menschen von Routinetätigkeiten zu entlasten. Doch bleiben dann überhaupt Tätigkeiten übrig, von Arbeit ganz zu schweigen? Der Mensch bewertet und entscheidet vielfach noch, auch wenn die Briefe automatisch von Textbaustein-systemen auf Grund der Stamm- und Bewegungsdaten generiert werden, wenn die Daten für eine Bewilligung von System vorgegeben und dokumentiert werden, wenn die Zuweisung von Arbeit nur noch vom System erfolgt und auslastungsgesteuert, entsprechend dem Profil des Mitarbeiters den Postkorb füllt, wenn globales Arbeiten keine Rücksicht mehr auf Ruhezeiten, Urlaub und Privatleben nimmt.

Die Zusammenarbeit selbst und die Form des Zusammenarbeitens wird dann am technisch Machbaren und kommerziell Gewollten ausgerichtet. Der Mensch spielt dann bei vielen Prozessen dann nur noch eine nachgeordnete oder keine Rolle. Wie im Zeitalter der Sklaverei und der Lehnsherrschaft wird aus dem arbeitenden Menschen ein Subjekt der ihn beherrschenden Systeme. Die Systeme steuern und kontrollieren ihn. Individualität wird im kreativen Bereich noch erlaubt und erwünscht sein, aber im Rest der jetzigen Bürowelt werden wir immer mehr von Systemen gegängelt werden. Dies wird so geschickt gemacht, dass der Mensch es kaum merkt und sich in seine neue Rolle fallen lässt. Und wir werden dies schön finden. Wir dürfen von unterwegs und von Zuhause aus arbeiten, wir bekommen diese schönen neuen Geräte, die uns ständig mit der Welt verbinden. Wie wir mit diesen Geräten umgehen sagt uns die Software, die nicht mehr an menschlichen sondern an geschäftlichen Maßstäben orientiert ist. Sie erinnert uns, hast Du den und den angerufen, was ist das Ergebnis des Gesprächs, willst Du nicht folgende Folgeaktivitäten starten, usw. Das System gibt uns zwischendurch die Tabelle mit unseren geschäftlichen Tätigkeiten, an denen wir gemessen – und später bezahlt  – werden. Wir sind ständig erreichbar, kein Geschäft entgeht uns. Man weiß immer wo wir sind und was wir machen. Wurden im Roman 1984 noch die Räumlichkeiten von staatswegen mit Überwachungstechnologie ausgestattet so tun wir das heute bereitwilligst mit mobilen Geräten selbst. Hinzukommt die Welle von Ubiquitous Computing, die uns wie ein Mantel überall einhüllen wird.

Es wird noch eine ganze Weile das bisherige Büro geben, auch wenn die Digitalisierung aller Lebensbereiche fortschreitet. Diese Büros werden in Firmen und Organisationen sein, die dann wenig Überlebenschancen am Markt haben oder wie in der öffentlichen Verwaltung durch Gesetze und Verordnungen geschützt ihrer Bürotätigkeit in Reservaten nachgehen. In agilen Firmen treten an die Stelle der Büros Begegnungsstätten, wie z.B. Clubs, wo man sich persönlich trifft, mit einander redet, das Zusammengehörigkeitsgefühl stärkt, den Rahmen eines Unternehmens, manifestiert durch gemeinsames Tun zu einem bestimmten Zweck, definiert. Die Form des neuen Büros dient dazu, Gemeinschaft zu etablieren, Loyalität zu fördern und den Menschen einen „Anker“ zu geben. Arbeiten kann man anderswo, vermeintlich selbstbestimmt. Dazu braucht man das Büro nicht mehr. Daher ist es auch eine vergebliche Mühe, den Büroarbeitsplatz der Zukunft zu definieren. Die Zukunft ist digital und findet überall statt.

Die kollaborative Zukunft im Sinne von Arbeit findet vielleicht mit immer weniger Menschen statt. Automatisierung verändert alles.

 

Dr. Ulrich Kampffmeyer
PROJECT CONSULT Unternehmensberatung GmbH

P.S. Der Beitrag erschien in gekürzter Version im DOK.magazin, September/Oktober 2014, S. 27-29; http://www.dokmagazin.de/

 

Hintergrund des Beitrages

Diese und andere Thesen aus der Welt des elektronischen Büroalltags sind Gegenstand einer hochkarätig besetzen Diskussionsrunde des DOK.magazin (http://bit.ly/DOKLive2014). Das Panel "The Collaborative Future" findet am Donnerstag, dem 9. Oktober 2014, auf der DMS EXPO im Rahmen der Session "Potenziale von Enterprise Collaboration & Social Business". Teilnehmer sind Hanns Köhler-Krüner, Gartner, Thomas Landgraf, Microsoft, Prof. Dr. Manfred Leisenberg, Fachhochschule des Mittelstands Bielefeld (FHM), Stefan Pfeiffer, IBM, und Anja Wittenberger, Communardo (Details http://bit.ly/CollaborativeFuture).

 

Kostenfreie Eintrittskarten zur DMS EXPO

Wenn Sie sich die Live-Perfomance von "The Collaborative Future" ansehen wollen ... hier gibt es kostenfreie Tageskarten. Auf der Webseite der Messe Stuttgart zur DMS EXPO (http://bit.ly/DMSEXPO-2014) unter „Tageskarte gegen Aktionscode“ unseren kostenfreien Code mehrfach verwenden:  LC76UK14DX  

Wichtig: die mit diesem Code eingegebenen Adress- und Kommunikationsdaten verbleiben bei der Messe Stuttgart. Die Adressen gehen nicht an PROJECT CONSULT oder einen der Aussteller.

Kommentare

Die Jobfresser kommen ..

... so titelt ein Artikel im SPIEGEL Online: http://bit.ly/jobfresser 
Ja,auch im Boulevard und in der breiten Masse kommen Themen wie Automatisierung, Robotik, Autonome Systeme und Künstliche Intelligenz langsam an. Noch nicht nicht ganz entschieden, ob die Entwicklung positiv für Arbeitsmarkt und Mensch ausgeht. Es mehren sich die Zweifel, denn - wie wir schon 2008 zum Thema Workflow & Automation schrieben - gibt es keine Jobs, die die freiwerdenden Arbeitskräfte auffangen. Dies wird besonders auch die Niedriglohnländer betreffen, aber auch das bisherige "Schutzgebiet Büro".
So gilt es auch als Berater für Informationsmanagement sich ständig mit der Frage der Sozial- und Humanverträglichkeit moderner Informationsmanagementlösungen auseinanderzusetzen. Denn irgendwann schon bald wird das Argument vom "Ausgleich des demografischen Wandels" nicht mehr ziehen - dann geht es ans Eingemachte.
So die eine Meinung. Andere meinen, dass Deutschland die Arbeitskräfte ausgehen, so z.B. die PWC&wifor-Studie http://bit.ly/2b1QdVf . Wiederum andere meinen, es wird sich durch den Zuzug von Migranten die Arbeitskräftenachfrage in der Zukunft bedienen lasse. Allerdings, wenn man etwas weiter als 20 Jahre in die Zukunft denkt, dann ist Arbeit im Sinne von Erwerbstätigkeit für Menschen Mangelware. Gegen die große Sinnkrise des Daseins wird dann auch nicht das bedingungslose Grundeinkommen helfen.

Freuen wir uns doch drauf, weniger arbeiten zu müssen :-)

Lieber Uli, vielen Dank für Deinen Ein- und Ausblick unser Arbeiten in der Bürowelt betreffend. Ich hatte vor zwei Jahren Gelegenheit, dem Vortrag eines jungen Italieners in Köln folgen zu dürfen, der formulierte: Robots will steal your job, but that’s OK. Er meint, dass die Automatisierung doch eine schöne Sache sei. Wir hatten über die letzten 80 Jahre schon ein Vielfaches an Produktivität erreicht, so dass wir heute nur noch 2 Stunden pro Tag für unsere Bedürfnisse schaffen müssten. Nur weil die Produktivität nicht auf alle umgelegt worden wären, müssten wir derzeit viel Unnötiges arbeiten, damit möglichst Viele noch ein Auskommen haben. Dass unser Arbeiten immer kränker macht, lässt sich an den hohen Zahlen Depressiver und Ausgebrannter festmachen. Es sollen schon 1/4 aller Arbeitenden betroffen sein. Da darf man sich schon mal fragen, wie viel Arbeit denn sein muss, so wie es Frau Prof. Gronemeyer kritisch auf den Punkt bringt. Die beiden verlinkten Artikel sind eine kleine Auswahl vieler weiterer, die sich um das neue Arbeiten und Führen auf dem Blog der Intiative Wirtschaftsdemokratie ranken. Mich fesselt das Thema, wo es mit unserem Arbeiten hingehen wird, seitdem ich miterleben durfte, was mit Teams passiert, die selbstbestimmt in agilen Software-Entwicklungsprozessen wirken dürfen. Das hat einen immensen Denkanstoß gegeben, und so fand ich viele Mitstreiter für den genannten Blog. Und ja, da geht es um intrinsische Motivation und Sinn-gekoppeltes Arbeiten. Wir stecken hier mitten in einem weiteren Wandel. Und hoffentlich werden wir den Weg finden, dass wir Alle weniger für unsere Grundbedürfnisse arbeiten müssen und nicht so, dass nur noch Wenige viel arbeiten und der Rest überflüssig wird. So wie es auf die erste von 10 neuen Regeln zur Steuerung der Welt auf den Georgia Guidestones formuliert ist: wir sollten nur noch 500.000.000 Menschen auf diesem Globus sein, d.h. die Überflüssigen werden nicht mehr gebraucht ... Viele Grüße Martin

Freuen ... hab ich doch eben schon mal gelesen :)

Hallo Martin, in einem Beitrag von Gunter Dueck "Freuen wir uns doch über den radikalen Wandel!" kommt im Titel eine ähnliche Aussage heraus: http://bit.ly/WildDueck  Er meint, wenn was von Arbeit übrig bleibt (also nicht nur im Büro) dann wohl der schwierigere, unangenehmere Teil. Und wer heute schon fast überfordert ist, fällt dann ganz aus dem Raster raus. Im Moment haben wir noch die Situation, dass immer weniger Menschen immer mehr arbeiten müssen. Und der Rest? Endet der als Coachpotato? Interessant wird sein, wie lange es dauert, bis die Genetik nachzieht und die Evolution sind einen neuen Menschen zurechtgebaut hat. Natürlich nur eine Million davon, mehr braucht es dann auf dem Planeten nicht. Und der Rest? Nun gut, ich habe versucht mich auf das Thema Zusammenarbeit und Office-Welt zu fokussieren. Das ist nur ein kleiner Teil der laufenden Veränderung. Einer Veränderung, zum Vorteil weniger. Und ganz ohne Arbeit, mcht da das Leben Spaß? Ich glaube, zum Zufriedensein, braucht der Mensch Arbeit und Zusammenarbeit. Wenn alles automatisiert, von Robotik und Ubiquitous durchdrungen ist, wenn wir Priviligierten dann weniger arbeiten, dann heißt dies nicht, dass wir glücklicher und zufriedener sein werden. Von den verbleibenden Milliarden menschlichen Mitbewohnern unseres Planeten ganz zu schweigen. Es wird uns Zeit und Bereitschaft fehlen, die Gesellschaft global so zu gestalten, dass wir einen friedlichen Übergang erleben. Einen schönen Abend noch, Uli

Friedlicher Übergang ...

Nun, da alle Kurven in den starken Anstiegsbereich gehen (Schulden, Guthaben, Speicherplatz, Rechenkapazität, ...), wird das Zeitfenster zum Umbau unserer Gesellschaftsstruktur immer enger. Und die von Dir angesprochenen Eliten, für die der Rest der Menschheit via Zinsgeldzahlungen schon die Hälfte ihrer Arbeitszeit gibt (Informaterial zum diesem Thema gibt es ja auch schon reichlich im Netz), wird sich das Butter auch nicht so leicht vom Brot nehmen lassen.

Und wenn ich mir anschaue, wie unsere gewählten Politiker genauso wie die großen Medien die Kriegstrommeln immer kräftier rühren, mag es am Ende gar noch schlimmer kommen. Allerdings wäre spästens nach diesem Gau die Zeit, wieder mit der Keule durch die Landen zu schwingen. Ob dann wieder weniger gearbeitet werden muss. Ich las irgendwo, dass unsere keulenschwingenden Vorfahren nur ca. 2 -4 Stunden am Tag arbeiteten, um ihr Leben "fristen" zu können.

Transhumanismus ist übrigens auch in interessantes Stichwort, wenn ich auf den Fort-schritt (wo von?) schaue ...

Ebenfalls einen schönen Abend, Martin

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