Gartner ECM Magic Quadrant 2014

Gartner Magic Quadrant ECM Enterprise Content Management 2014

Pünktlich zur DMS EXPO und zur unserer Diskussionsrunde "Stammtisch" erscheint der diesjährige Gartner Magic Quadrant für ECM Enterprise Content Management. Die jährliche Trendbeschau der Branche.

In unserem Kommentar zu "Records Management ist kein Hype mehr" hatten wir bereits den ECM Hypecycle vorgestellt, der die aktuellen Trendthemen zuordnet. Mit dem Magic Quadrant vom September 2014 liegt nur die Positionierung wichtiger Anbieter vor. Wie immer gilt - nicht das Bild ansehen, sondern den Text des Berichts lesen.

Zunächst einmal hat Gartner die Definition von ECM Enterprise Content Management angepaßt:
"ECM describes both a strategic framework and a technical architecture that supports all types of content (and format) throughout the content life cycle."
Von der ursprünglichen Definition der AIIM international hat man sich so schon ziemlich weit entfernt.
Dies zeigt sich auch bei der Gewichtung der verschiedenen Themen innerhalb des bewerteten ECM-Portfolios: klassisches Document Management (20%; 2013 15%), WCM Web Content Management (5%; 2013 7%), Records Management (10%; 2013 13%), Image-processing Applications (15%; 2013 18%), Social Content (15%; gleichgeblieben), Content Workflow,  neu gefasst (20%; vorher Workflow/BPM 2013 22%) und Extended Components (15%; 2013 10%).
Erstaunlich, dass Dokumentenmanagement ansteigt, wohingegen Collaboration und Aufbewahrung ganz fehlen. Die Zusammenstellung der ECM-Kriterien ist so gesehen auch interessant, da es von Gartner ja auch Quadranten für Archivierung, Social Software und EIM Enterprise Information Management gibt. Wie lange sich diese unterschiedliche Segmentierung durchhalten lässt, ist fraglich, da sich die Grenzen hier längst verwischen.

Gartner Magic Quadrant ECM Enterprise Content Management 2014 | OT

Bei den Anbietern hat es einige Veränderungen gegeben, nicht zuletzt durch Aufkäufe. Die Packung im rechten oberen Quadranten ist dichter geworden und alles ist mehr ins Zentrum zurückgerückt, da neue Kriterien hinzugekommen sind. Auch hier dürfte sich zukünftig der SMAC-Stack noch mehr bemerkbar machen, der bei der traditionellen Bewertung bisher zu kurz kommt. IBMs Führerschaft dürfte von niemandem bestritten werden. Neu oben rechts ist Perceptive, die sich durch Saperion noch verstärkt hat, sowie Hyland, die erst vor kurzem massiv gegen Perceptive bei der Übernahme von Readsoft mitgeboten hat. Vom Potential her sind Oracle und EMC sicher dort oben noch richtig, aber von der Marktumsetzung? In Deutschland sähe das Bild ganz anders auch und gälte auch für HP, die sich nach oben links "verirrt" haben. Zu Microsoft mit ihrem Sharepoint-Angebot muss man eigentlich nichts weiter sagen, da man hier schon fast wieder vom "Äpfel-mit-Birnen-vergleichen" sprechen muss. Im linken unteren Quadranten sind zum Einen viel zu wenige Anbieter, zum Zweiten ein paar neue: Software Innovation, Upland Software und Systemware. Und ein Wiederkehrer, der früher schon einmal eine wichtige Rolle im Dokumentenmanagement gespielt hat: Unisys. Blickt man auf die Unternehmen, die sich nach Meinung von Gartner am Besten fortentwickelt haben, fallen sicher Perceptive, Hyland, Laserfiche und Fabasoft auf. 

Aber wie gesagt, ohne den Text und ohne das Tool von Gartner, in dem man bestimmte Aspekte filtern, gewichten und herausstellen kann, ist die berühmte Grafik allein wenig Wert. Sie verschleiert sogar die umfangreichen Kriterien, die Gartner erarbeitet hat, und die letztlich im Magic Quadrant nur eine mögliche Visualisierung eines komplexen Datemkonvoluts darstellen.

Übrigens, der Vergleich der Quadranten der letzten 7 Jahre findet sich in den Unterlagen unseres EIM Update 2014 auf Folie 126.