GoBD neue Fassung erschienen

12.07.2019

Am 11.07.2019 wurde die neue Fassung der "Grund­sät­ze zur ord­nungs­mä­ßi­gen Füh­rung und Auf­be­wah­rung von Bü­chern, Auf­zeich­nun­gen und Un­ter­la­gen in elek­tro­ni­scher Form so­wie zum Da­ten­zu­griff (GoBD)" veröffentlicht: http://bit.ly/gobd_2. Sie ersetzen die Fassung vom November 2014.

Auf die Änderungen sind wir schon in unserem Update Information Management 2019 im Januar des Jahres eingegangen: http://bit.ly/UpdateIM19-HH-GoBD2-0. Kapitelüberschriften, Kapiteleinteilung und Randziffern wurden beibehalten.

  • Rz. 15
    Bei Kleinstunternehmen soll die Unternehmensgröße bei den Anforderungen an die Umsetzung gesetzlicher Aufzeichnungspflichten berücksichtigt werden.

  • Rz. 20
    Cloud-Systeme werden als Nebensysteme betrachtet und gelten grundsätzlich als zulässig.

  • Rz. 26 
    Aus Rz. 39 Aufnahme der Einzelaufzeichnungspflicht als Kriterium für die Wahrheit und Klarheit fortlaufender Aufzeichnungen. 

  • Rz. 39
    Präzisierung der Ausführungen zur Zumutbarkeit einer Aufzeichnung von einzelnen Geschäftsvorfällen.

  • Rz. 50
    Nur periodenweise Buchung von Geschäftsvorfällen ist nicht zu beanstanden.

  • Rz. 55 
    Gemeinsame Erfassung von baren und unbaren Transaktionen ist möglich.

  • Rz. 64
    Korrektur- und Stornobuchungen müssen auf die ursprüngliche Buchung rückbeziehbar sein.

  • Rz. 68
    Der Begriff „Scannen“ wurde durch die Formulierung „bildliche Erfassung“ ersetzt und erlaubt so auch die Erfassung über mobile Geräte und andere zukünftige Devices zur Datenerfassung wie z.B. Brillen.

  • Rz. 76
    Es gilt nun, dass dasjenige weiterverarbeitete elektronische Format aufzubewahren ist, das über die höchste maschinelle Auswertbarkeit verfügt und den vollständigen Dateninhalt des Originalbelegs speichert (daher auch die Erweiterungen für die Speicherung von OCR). Unter bestimmten Voraussetzungen - ohne dass dies implizit  und konkret geklärt wird - muss auch die bildhafte Kopie von Ausgangsrechnungen nicht mehr aufbewahrt werden (siehe auch Rz. 136). 

  • Rz. 130
    Die Digitalisierung von Belegen mittels mobiler Endgeräte wie Smartphones wird anerkannt. Dies ist auch im Ausland zulässig. Auch die Speicherung der Daten im europäischen Ausland (EU) ist zulässig (Free Flow of Data http://bit.ly/EU-DSM-FFoD).

  • Rz. 135
    Bei der Konvertierung von aufbewahrungspflichtigen Unterlagen in unternehmenseigene Formate (sog. Inhouse-Formate) ist unter bestimmten Voraussetzungen nicht länger die Aufbewahrung beider Versionen erforderlich. Es langt - unter nicht näher definierten Umständen - bei einem ordnungsmäßigen, nachvollziehbaren Betrieb die Speicherung des erzeugten Inhouse-Formates (siehe auch Rz. 76).

  • Rz. 136
    Das Verbringen der Papieroriginale zum Scannen im europäischen Ausland ist zulässig. Auch hier ist "ersetzendes Scannen" möglich, ohne dass die "verschärfte Version" mit elektronischer Signatur gefordert würde. Die GoBD bleiben dabei - elektronische Signaturen sind nach Rz. 138 nicht erforderlich.

  • Rz. 154
    Künftig soll es genügen, wenn die Änderungen einer Verfahrensdokumentation versioniert sind und eine nachvollziehbare Änderungshistorie vorgehalten wird (so haben wir dies schon immer in unseren Seminaren gehalten http://bit.ly/S11VD2017). In der alten Fassung wird im Fall einer Änderung dagegen die Versionierung der gesamten Verfahrensdokumentation inkl. Änderungshistorie verlangt.

  • Rz. 164
    Als Erleichterung für die Aufbewahrung alter Daten bei Systemwechsel kann der Datenzugriff nach Ablauf des 6. Kalenderjahres auf die Datenträgerüberlassung Z3 beschränkt werden. Dies verringert die Anforderungen an Migrationen um einen vierjährigen Zeitraum und macht das Leben leichter.
     

Weiterer Änderungsbedarf ergibt sich durch die geplante Verkürzung der Aufbewahrungsfristen auf 8 Jahre (http://bit.ly/BEG-III). Wünschenswert ist es im Rahmen der Vereinfachung auch, den Aufwand für die Verfahrensdokumentation zu reduzieren (ähnlich wie der Buchführungsaufwand für Klein- und Kleinstunternehmen im BEG II http://bit.ly/BEG-ii; siehe auch Rz. 15).

Kommentare

PSP, Stefan Groß, und Zöller&Partner haben auch gleich ihren Leitfaden als Version 3.0 herausgebracht, der die Änderungen der GoBD 2.0 berücksichtigt: http://bit.ly/GoBD2Leitfaden. In Kürze dürfte dann auch eine neue Version des AWV-Leitfaden herauskommen.

Für diejenigen, die in diesem Jahr in unserem Kurs S11 "Verfahrensdokumentation nach GoBD" waren - keine Sorge, die Folien waren schon im Februar 2019 nach unserem Update Information Management auf dem letzten Stand.

GoBD 2019

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Philip Kling auf XING am 27.08.2019:
"Die neuen GoBD wurden offensichtlich aus dem Netz genommen. Stattdessen sind die alten wieder online. Begründungen oder Kommentare sieht man keine." 

https://www.xing.com/communities/posts/neufassung-der-gobd-veroeffentlicht-1016687622?comment=36923398

Bei uns im Web findet sich die gesamte Historie und in unseren Seminarunterlagen haben wir einen kompletten Vergleich GoBS, GDPdU, GoBD 2015 und GoBD 2019.

Etwas zur Historie der Neufassung der GoBD mit Download:

Da die Persistenz von behördlichen Webseiten vielfach nicht gegeben ist, speichern wir wichtige Dokumente einfach selbst.

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Die neue GoBD wurde vom Server entfernt und es gilt erstmal die alte GoBD von 2014 weiter. Aus XING http://bit.ly/alteGoBDgiltweiter

"Sehr geehrter Herr xxx,

vielen Dank für Ihre Nachricht vom xx. August 2019 zu den GoBD.

Maßgeblich sind die Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff (GoBD) vom 14. November 2014, veröffentlich im Bundessteuerblatt (BStBl) I 2014 S. 1450. Da weiterer Abstimmungsbedarf mit den Bundesländern besteht, wurde die im Juli auf der Internetseite des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) veröffentlichte Folgeversion der GoBD wieder entfernt. Wir gehen davon aus, dass das Folgeschreiben zu gegebener Zeit wieder online gestellt und im Bundesteuerblatt veröffentlich wird. 
Leider kann ich Ihnen zur konkreten Zeitplanung und zum Inhalt der Abstimmungsfragen, die mit den obersten Finanzbehörden der Länder zu klären sind, keinen genaueren Angaben zukommen lassen.

Mit freundlichen Grüßen 
Im Auftrag

Ihr Bürgerreferat 
______________________ 
Referat L C 4 
Bürgerangelegenheiten 
Bundesministerium der Finanzen 
Wilhelmstraße 97, 10117 Berlin 
Telefon: 030-18682-3300 
Fax: 030-18682-3260 
E-Mail: buergerreferat@bmf.bund.de" 

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Cha-Cha-Cha im Behördendschungel: Die Wertung "peinlich" könnte zutreffend sein. Wir leisten uns in der Politik und der Exekutive Personal, das den heutigen Aufgaben offensichtlich nicht gerecht wird.

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