ECM im Mittelstand

16.04.2018

Zum Thema ECM im Mittelstand sind eine Reihe von neuen Marktuntersuchungen und Studien erschienen, darunter ECMguide, BITKOM und Zöller & Partner. Der Mittelstand ist eine der Hauptzielgruppen der Anbieter, da hier noch vielfach Leere vorherrscht und es bei den großen Unternehmen inzwischen eher um die Ablösung älterer Systeme geht. Das Fachmagazin ECMguide.de hat auch eine Marktübersicht in einem Special veröffentlicht: "Übersicht zu DMS-Mittelstandspaketen" http://bit.ly/ecmguide-KMU. Daneben gibt es auch Artikel wie "Tipps für DMS-Projekte im Mittelstand" und "Durchbruch für DMS und ECM im Mittelstand". Dieses Desiderat haben wir bei PROJECT CONSULT bereits vor Jahren adressiert. Interessant ist die Rückkehr zu den Begriffen DMS und Dokumentenmanagement, da Marktstudien gezeigt haben, dass in Deutschland Akronyme wie ECM oder EIM kaum richtig Fuß fassen konnten. Neue Begriffe wie Content Services trugen noch zur Verwirrung bei. 

In der Zusammenfassung von ECMguide.de  sind inzwischen - nach Ergänzung - elf Anbieter aufgeführt und jeweils auf einer Seite besprochen: Alfresco (inzwischen mit neuem Eigentümer), Amagno (hat sich hochgearbeitet), Docuware (auch international und in der Cloud erfolgreich), d.velop (einer der deutschen Mittelstandsklassiker), ELO Digital Office (mit dem Elektronischen Aktenordner synonym für das Ordnungsprinzip Deutschlands),  Fabasoft (aus Österreich und präsent im Public Sector), GSD (mit Docuframe eher eine der kleineren  Anbieter), M-Files (aus Finnland und den USA mit interessanter Architektur), OS Optimal Systems (einer der traditionellen Anbieter aus Deutschland), SER (der größte deutsche Anbieter und internationaler Präsenz) und Windream (nur im alphabetisch gesehen der letzte). Docuware, Fabasoft, M-Files und SER sind auch international präsenter als die typischen deutschen Anbieter.

Natürlich gibt es auch wieder viel Kritik (und Nachbesserungen) an der Zusammenstellung, da doch eine ganze Reihe wichtiger Anbieter für den Mittelstand fehlen: Ceyoniq, COI, EcoDMS, LoboDMS und gut ein paar Dutzend mehr. International gäbe es auch noch den Einen oder Anderen, der in Deutschland wie Hyland eine Rolle spielt. Die Zusammenstellung bringt bis auf zwei oder drei die üblichen Verdächtigen, die sich immer wieder in den Shortlists für Ausschreibungen wiederfinden.

Und wenn man schon so viele Informationen zu den Anbietern hat, der Markt matur ist und riesige Funktions- und Kriterienkataloge zu finden sind, stellt sich die Frage, warum immer noch mit Riesenaufwand endlose Ausschreibungen erstellt werden. Kann man sich nicht hier auf die wesentlichen Punkte beschränken und einfach nur die Besonderheiten oder Abweichungen vom Standardangebot beschreiben? 

Fazit: der Markt ist matur, es gibt genügend Branchen-angepasste Lösungen für den Mittelstand und wer als KMU noch kein elektronisches Dokumentenmanagement hat, bekommt Probleme mit Wettbewerb und Prüfern. Es ist nicht mehr eine Frage des Ob, des Wie oder auch des Wann - DMS, äh, ECM, EIM, IIM, ... - gehört in jede IT-Infrastruktur. Und wer es Inhouse nicht selbst kann, setzt auf die Cloud. Nahezu alle der aufgeführten Anbieter der Übersicht haben auch eine Cloud-basierte Lösung.

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