Hyland übernimmt Alfresco

10. September 2020 07:37 Uhr  |  Dr. Ulrich Kampffmeyer  |  Permalink


Die Konsolidierung in der (ehemaligen) ECM-Branche schreitet voran.

Diesmal ist es Alfresco, die von Hyland übernommen wird. Vor zwei Jahren hatte, sozusagen als Parkplatz, die Investment-Firma TH Lee Alfresco erworben. Seit dem kursierten die Gerüchte, wer aus der Branche denn Alfresco endgültig übernehmen werde. Seit 2018 wurde Alfresco “schön gemacht”. Das Unternehmen wurde reorganisiert und neu aufgestellt. Alfresco übernahm selbst kleinere Anbieter wie z.B. TSG. Alfresco wurde so wieder attraktiv. Vermutlich wird TH Lee dennoch nur eine kleinere Marge auf ihr Investment aus 2018 erzielt haben. Das Geschacher ging länger und Hyland hat für Alfresco sicher keinen überbewerteten Preis gezahlt.

Dennoch ist es erstaunlich, dass gerade Hyland das Unternehmen übernimmt. Alfresco agiert mit einer OpenSource-Plattform, Hyland eher traditionell mit ihrer Onbase-Plattform. Alfresco war im Bereich OpenSource lange Zeit das führende ECM-Unternehmen und für viele Anwender die Alternative zu Documentum, welche sich seit einiger Zeit in einem etwas stiefmütterlichen Verhältnis bei OpenText befindet. Grundsätzlich stellen sich auch hier die üblichen Fragen bei Acquisition-Deals, wie Hyland mit den Alfresco-Kunden umgehen wird, wie Alfresco integriert (oder nicht integriert) wird, welche Zusagen Hyland für Weiterentwicklung und Kontinuität gibt – und wie Hyland mit dem Thema OpenSource umgehen wird. In der OpenSource-Community wird die Übernahme kritisch beäugt, da Alfresco eines der größeren Unternehmen in diesem Bereich ist (oder war).

Die Branche für Information-Management-Software verändert sich kontinuierlich, aber es gibt auch immer wieder Phasen, wo sich bestimmte Trends beschleunigen. So auch das Thema M&A Merger & Acquisitions. Erst gestern berichteten wir über die Übernahme von IQDoQ. Längst ist die Gründergeneration der Unternehmen abgetreten. Häufig geschah dies auch mit der Veräußerung der Unternehmen. Dies ist ein natürlicher Prozess, der in einer Branche, die es seit ca. 30 bis 40 Jahren gibt, selbstverständlich ist. Interessant bleibt, wer in das Thema ECM und Dokumentenmanagement investiert. So waren in Deutschland vielfach Drucker-Anbieter wie Ricoh, Kyocera oder seinerzeit Lexmark unterwegs, Auf dem großen internationalen Parkett waren es eher andere Softwareunternehmen oder Wettbewerber, die sich an den traditionellen ECM-Unternehmen bedienten. Die Analysten waren aber aufmerksam. Wenn immer mehr Anbieter wegfallen oder übernommen werden, machen auch all die Quadranten, Matrixes und Waves keinen Sinn mehr.

Die Übernahme von Alfresco durch Hyland, die bis Ende 2020 abgeschlossen werden soll, wird nicht die letzte in der Branche gewesen sein.

Dr. Ulrich Kampffmeyer

Dr. Ulrich Kampffmeyer

Curriculum auf Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Ulrich_Kampffmeyer

9 Kommentare zu “Hyland übernimmt Alfresco

  • Konsolidierung ist nicht gleich das Ende ... oder?
    10. September 2020 um 8:34
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    Konsolidierung klingt ja immer so nach einem Ende. Wobei das ja nur bedingt der Fall ist, denn die meisten bekannten übernommenen Anbieter, wie Docuware oder Optimal, sind ja noch als eigenständige aktive Marke vorhanden und operativ. Daher werden die Player auch weiterhin in den Quadranten/Waves etc bleiben und sind belebender Bestandteil unseres Marktes. Der übrigens noch nie so interessant war wie heute, denn der Mittelstand steht vor einer Cloud-aufgeschlossenen Geschäftsführergeneration, will digitalisieren und hat sogar dafür jetzt dicke Förderungen im Rücken. Wobei gerade “Cloud” viele On Premise Anbieter arg in Bedrängnis bringen kann. Hier erwarte ich aus den logischen Konsequenzen noch weitere deutliche Veränderungen in der Anbieterlandschaft.

    Die wahren Hintergründe einer Übernahme zeigen sich erst nach 3-4 Jahren, denn für den Übernehmenden ist es nicht sinnvoll, redundantes Management-, Service- und Supportpersonal zu zahlen. Es muss also unweigerlich zu einer Reduktion im Personalstamm kommen und es bleibt zu hoffen, dass dies sich nicht negativ auf die wertvollen Kunden auswirkt, die dem Anbieter vertrauen.

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    • Konsolidierung im ECM-Anbieter-Markt
      10. September 2020 um 9:02
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      Guten Morgen Jens,

      • wie ich oben schrieb, ist die Veränderung eines maturen Marktes durch Konsolidierung ein ganz natürlicher Prozess. Über den Generationenwechsel in der Führungsriege der deutschen Anbieter hatten wir schon hier und früher geschrieben. 
      • Bei Alfresco war schon 2018 klar, dass das Finanzinvestment nur eine Parkposition war, denn John Newton hatte schon in den Jahren zuvor nach einem Mating-Partner geguckt.
      • Was die Analysten angeht – die haben längst ihre ECM-Quadranten eingemottet und setzen auf andere Marktdefinitionen wie Content Services. Da tauchen dann bekannte und neue Unternehmen auf – wenn sie denn eigenständig und mit eigenen Produkten am Markt sind. Man muss hier z.B. erstmal abwarten, ob aus Docuware dann Ricoh wird. Andere aus dem Mittelstand, wie von Dir erwähnt, schafften es sowieso nicht in die internationalen Vergleichsübersichten.
      • Es ist nicht allein Cloud (in welcher Form auch immer – SaaS, IaaS, PaaS, hybrid …) Druck auf ECM/DMS/IIM/EIM/CSP/usw-Produkte ausübt. Ich sehe vielmehr, dass sehr viel von der ursprünglichen ECM-Grundfunktionalität direkt in Standardanwendungen wie ERP, PLM, HR, CRM usw integriert wird. Das funktionale Delta, dass eigenständige Informationsmanagement-Produkte sinnvoll macht, wird kleiner. Ein Blick auf die aktuellen Entwicklungen bei Microsoft O365 im bereich Records Management macht dies deutlich. 
      • Wie erfolgreich und welcher Art eine Akquisition werden wird, kann man häufig schon bei der Ankündigung der Übernahme sehen. Ein Blick auf bisherige Akquisitionen, die Unternehmensstrategie und die Unternehmenskultur zeigen, wo der Weg mit dem übernommenen Unternehmen hingehen wird. Selten bleiben übernommene Unternehmen selbstständig. Wie Du schon richtig sagst – man kann beim personellen, redundanten Overhead sparen – und wird dies tun. Auch kann man verschiedene Akqusitionen aus einem Marktbereich durchaus erstmal eine Weile temporär nebeneinanderher laufen lassen und gucken, wer sich am Besten entwickelt. Eine solche Situation haben wir gerade bei Kyocera mit Optimal Systeme und Ceyoniq (und anderen Produkten im Portfolio). 
      • Entscheidend für uns als Berater ist, wie die übernehmenden Unternehmen mit den bestehenden Kunden und Installationen umgehen. Ob hier klar und ehrlich kommuniziert wird, was mit der vorhandenen Installationsbasis geschieht, ob es weiter Support gibt, ob die vertrauten Ansprechpartner bleiben, ob die Weiterentwicklung und Releases zeitnah erfolgen, ob die individuellen Anpassungen und Zusatzprogrammierungen Bestand haben können, ob Migrationen kostenfrei angeboten werden, ob die Zukunft des Produktes innerhalb des neuen Firmenkonstrukts gesichert bleibt.
      • Ja, es wird weitere Übernahmen und Merger geben. Aber der traditionelle ECM-Markt ist da eher ein Nebenkriegsschauplatz. Nicht umsonst hat sich Materna beim Verkauf von IQDoQ von diesem Segment verabschiedet. Die Musik spielt aktuell bei den Themen Künstliche Intelligenz, RPA Robotik Process Automationen, IOT, Machine Learning und ähnlichen “Trend”-Themen. Sie alle gehören auch in das übergreifende Informationsmanagement, da Automatisierung – und hierum geht es – schon immer das Thema unserer Branche war. jedoch war die Innovationskraft zu gering und die Marktbedeutung der Anbieter zu klein um hier ernsthaft mitzuspielen. Die Musik wird hier von den großen Internet- und Softwarekonzernen gespielt. 

      Einen schöne Tag auch,
      Uli

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  • Haben die etablierten Softwareanbieter verstanden, wohin die Reise geht?
    10. September 2020 um 10:22
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    Hallo Uli,
    was die Übernahme für Alfresco bedeutet werden wir, wie Du ja bereits geschrieben hast, erst in ein paar Jahren sehen. Die Parkposition beim Finanzinvestor war in den letzten zwei Jahren sowohl für die Kunden, Dienstleister als auch für die Alfresco-Mitarbeiter keine einfache Zeit, wurde doch hauptsächlich auf Kosten und die Profibilität auf dem Papier geachtet und nicht mehr nach vorne geschaut. Qualität, Leistung und Inhalte haben darunter gelitten und ich frage mich, wie viele Enterprise-Kunden und -Partner dies überhaupt mitgemacht haben.
    Was ich mich aber dennoch frage: Was will Hyland mit diesem Kauf bezwecken? Will und kann Hyland wirklich OpenSource? Man kann weder die Software noch die Kundenprojekte beider Anbieter nur annähernd vergleichen. Sind wir einfach mal gespannt, wie die beiden zusammen finden …
    Unbenommen von den Hoffnungen bei Hyland und Alfresco ist der Kuchen für die ECM-Anbieter aus meiner Sicht alleine dadurch kleiner geworden, dass die Kunden früher oder später feststellen mussten, dass das beste ECM-System im Zweifelsfall nur eine Ampel in der Wüste ist, wenn die fachlichen Systeme kaum Anstalten machen, sich für die Verwaltung von Dokumenten, (Stamm-)Daten und Prozessen von aussen zu öffnen und statt dessen alle das Rad in der eigenen Plattform neu erfinden. Umgekehrt bieten die ECM-Systeme auch keine ernstzunehmenden Konzepte an, Daten und Dokumente in den eigentlichen Vorgängen zu bündeln ohne gleich immer alle Daten/Dokumente aus den anderen Systeme zu kopieren. Das wird oft durch sehr teure und aufwändige Individual-Entwicklungen realisiert. Diese teuren Individuallösungen werden aktuell durch RPA etwas reduziert, doch es kann doch keine langfristige Lösung sein, per RPA die Oberflächen der Anwendungen zu automatisieren. Für mich sieht das aktuell eher nach einem grossen Proof-of-Concept aus, wie der Prozess laufen könnte, wenn die Anwendungen sich besser öffnen würden. RPA hilft die Schmerzen zu lindern, man kann damit aber keine Baustellen schliessen.
    Wir beobachten gerade aber auch, dass das Pendel wieder in die andere Richtung schwingt, ohne dass die eigentlichen Probleme dadurch gelöst werden. Sei es, dass Kunden nun Vorgangsdokumente zurück in das CRM, ERP, PLM, … pumpen und die Anwender nun alle ihre eigene Schatten-Buchhaltung (per Hand!) für Dokumente, Prozessstatus in Office360/Nextcloud/Excel/Papierstapel aufbauen, um den Überblick zu behalten oder die Dokumente (aus Kostengründen) auf x Cloud-Dienste verteilt werden, wo sie unter keiner Kontrolle mehr stehen und die Bestände von Monat zu Monat wachsen und wachsen und niemand eine Idee hat, wie man das wieder löscht. Das soll dann alles die KI lösen. Dumm nur wenn dann die KI keinerlei Lerndaten bekommen kann, weil die Dokumente heute wieder nur noch auf die digitale Halde gelegt werden.
    Diese Entwicklung kostet die Organisationen viel Geld und Zeit, ohne das die Prozesse insgesamt merklich besser werden.  Eigentlich ein idealer Zeitpunkt für disruptive Innovationen möchte man meinen! Ich hoffe, in einigen Jahren werden wir einfach nur schmunzeln, wie heute die IT-Systeme mit Dokumenten, Daten und Prozessen umgegangen sind …
    Viele Grüsse
    Heiko

    Antwort
    • Was wird aus Alfresco OpenSource?
      10. September 2020 um 12:59
      Permalink

      Hallo Heiko,

      danke für Deinen Kommentar aus dem Innenleben eines Alfresco-Integrators. Durch die Übernahme ergeben sich natürlich eine Reihe von Fragen:

      • Wie wird Hyland mit dem Thema OpenSource umgehen?
        In der OpenSource-Community gibt es mehr als Stirnrunzeln, auch wenn Hyland sagt, dass Alfresco OpenSource einen Gewinn und neue Innovationen für  Hyland bietet. So richtig passt das nicht zusammen.
      • Ist Hyland-Alfresco noch eine Alternative zu Documentum?
        Documentum – und auch Alfresco – ist in einigen Compliance-relevanten Bereichen von Pharma-, Chemie-, Bank- und anderen Unternehmen im Einsatz. Hier stellt sich aber grundsätzlich die Frage, ob die bisherigen Organisationskonzepte für Information in diesen Produkten zukünftig noch relevant sind.
      • Werden jetzt aus Alfresco-Partner automatisch Hyland-Partner?
        Ob Systemintegratoren von der OpenSource Alfresco jetzt wirklich in das Hyland Vermarktungskonzept wechseln wollen, muss sich noch zeigen. Erstmal herrscht Verunsicherung, da die bisherigen Aussagen zur Übernahme hier nichts zu sagen. Letztlich hängt es daran, wie eigenständig Alfresco weitermachen kann.
      • Deine Anmerkung, dass Anwender jetzt wieder zu Hilfskrücken greifen sehe ich nicht ganz so. Allerdings ist durch den Collaboration-Boom Software auf den Desktop gespült worden, die vielfältige Möglichkeiten der Informationsorganisation bieten und in Bezug Information Governance ein ziemlich wildes Eigenleben führen. Hier müssen adhoc-Entwicklungen wieder eingefangen werden – besonders dort, wo es um Compliance und Governance geht. Überforderten Anwender muss durch Reduktion der Möglichkeiten wieder eine Hilfe zum stringenten Arbeiten mit Informationen gegeben werden.
      • Cloud, RPA und KI werden nicht alle Probleme lösen sondern interessante neue Probleme schaffen 😉 Übrigens, ML Machine Learning ist dankbar, wenn sie gut aufbereitete, mit Metadaten versehenen Datenbestände aus dem ECM-Umfeld zum Lernen nutzen kann.

      Schöne Grüße,
      Uli 

      Antwort
  • Error: You have entered an incorrect reCAPTCHA value.
    10. September 2020 um 10:39
    Permalink

    Liebes PROJECT CONSULT-Team,
    bitte überarbeitet Euren reCAPTCHA-Mechanismus auf dieser Seite, da er nicht mehr mit den üblichen Datenschutzeinstellungen aktueller Browser wie Firefox und uBlock funktioniert. Man macht sich erst die Mühe, einen Kommentar zu schreiben und bekommt dann aber nur: 
    Error: You have entered an incorrect reCAPTCHA value. Click the BACK button on your browser and try again.
    In diesem Falle konnte ich den Text wenigstens noch per Debugger aus dem Browsercache holen, um es dann noch mal mit Chrome zu versuchen – aber wer macht das schon.
    VG

    Antwort
  • Hintergründe aus Alfresco-Sicht
    11. September 2020 um 10:25
    Permalink

    Die Diskussionen um den HylandAlfresco-Deal reißen nicht ab: Cheryl McKinnon bei Forrester, Alan Pelz-Sharpe bei  Deep Analysis und anderen Analysten. Immerhin ist mit 450 Mitarbeitern Alfresco ein ziemlicher großer Happen und die Rolle von Alfresco in OpenSource Community nicht zu unterschätzen.

    Cheryl von Forrester schreibt hierzu:
    <Zitat> “Hyland Accelerates Its Path To Cloud By Acquiring Alfresco Software
    Today, Hyland Software, best known for its OnBase and Perceptive content management portfolios, announced it will acquire Alfresco Software. Both vendors were named as “Leaders” in The Forrester Wave™: ECM Content Platforms, Q3 2019 (subscription required).
    This is a natural next step in Hyland’s recent rejuvenation strategy. Hyland’s investments over the last year include the distributed ledger (blockchain) company Learning Machine, focused on higher education credentials, and, most recently, European robotic process automation vendor Another Monday, revealing an appetite to leapfrog into newer, adjacent markets. Historically, Hyland’s acquisitions have been smaller: natural tuck-in technologies to further entrench itself in its key verticals (insurance, higher education, healthcare, and the public sector).
    But the acquisition of Alfresco is different and — if successfully executed — will help Hyland move confidently into the era of cloud-native, modern content services. Why?

    • Alfresco brings one of the more modern architectures to the content management market, and it has adapted quickly to the rise of cloud, with early, strategic partnerships with Amazon Web Services (AWS).
    • Alfresco’s balanced portfolio of content, process, and governance services are enhanced by its relatively recent application development framework “low-code” development toolkit, as well as its ability to integrate leading AI/machine learning services, such as those from AWS.
    • Alfresco’s own recent acquisitions (such as partners Technology Services Group for its insurance, cloud, and migration expertise and pernexas for its SAP integration) have been shots across the bow at long-time enterprise content management (ECM) megavendors IBM and OpenText respectively. This is important in the battleground to migrate the many large, mature deployments that remain on-premises, particularly in regulated industries.

    Hyland’s own modernization efforts and delivery of a next-gen, cloud-native platform — Hyland Experience Platform (HXP) — has lagged compared with other established ECM providers. The Alfresco acquisition will help because:

    • Hyland’s current investment in its Hyland Experience Platform makes sense to help move its predominantly on-premises and managed-service customers into a modern cloud future, but HXP may not be mature enough for large, net-new opportunities.
    • Investment in HXP will continue to be important to bring Hyland’s acquired Perceptive portfolio into a common release cycle with classic Hyland products and develop some common, cross-product foundational services.
    • There is pent-up demand in large, regulated industries such as insurance, financial services, life sciences, and government for modern cloud content platforms. Porting these mature apps and repositories to newer systems will demand scalability and a track record in the cloud. Alfresco helps deliver this to Hyland. </Zitat>

    Alan von Deep Analysis schreibt hierzu:

    <Zitat> “Hyland acquires Alfresco – A quick take
    The rumors have been thick for weeks, but today the announcement finally came through that Hyland is to acquire Alfresco. So first things first, no surprise at all that Alfresco has been acquired. Bought by private equity firm TH Lee in 2018, Alfresco was always an odd fit in their broader portfolio. But credit where it is due, over just two short years, TH Lee and the Alfresco team have improved the company significantly both operationally and financially. They also made a smart move in acquiring Chicago based services firm TSG. Two years to flip a firm may seem short, but the nature of private equity is to get a return on your investment and move on – they achieved that and have done so.
    The second thing to consider is the new home for Alfresco, with Westlake, Ohio based Hyland. Quite frankly, it seems on paper at least the perfect fit. However, both are ECM, DPA vendors. There is not that much overlap in terms of customers and a lot of synergy for future growth. Hyland certainly benefits from getting a more modern and open-source platform, along with a top-notch services team (TSG) that is based in the midwest. That should help Hyland both with Alfresco customers and also unseat legacy Documentum (now OpenText) customers. Combined this deal should take Hyland’s revenue to around $1B.
    The price has not been disclosed, but off the record, estimates tell me that TH Lee has made a tidy profit on their investment and that Hyland has not overpaid. Nor was there a lack of suitors, over half a dozen we believe. However, as always, it is essential to note that no M&A transaction is without tears. Alfresco ran a long and steady race as an independent championing open source ECM, and that in some ways now comes to an end. There will be changes to the organization, some voluntary, some not. Some in the open-source community will decry (with some justification) the loss of Alfresco to a much more traditional software firm. It will take six months or more to see how things settle, but the fact is that PE firms buy and then sell, so this was going to happen sooner rather than later, and there were far worse exit options than to end up in the Hyland fold.
    Finally we should note that Hyland just recently closed a deal to acquire an RPA vendor (you can read Connie’s analysis of that here) and a blockchain startup earlier this year. Also, that PE firm Thoma Bravo has a controlling interest in Hyland….. it is a deal that we will watch with interest and surely be writing more about as it fully unfolds!” </Zitat>

    Auf der Alfresco-Webseite findet sich auch eine Nachricht von Bill Priemer, President & CEO von Hyland, in der er von der Integration des Alfresco-Geschäfts in Hyland spricht. Er weist darauf hin, dass alle Kunden, also auch die von Alfresco, zukünftig auf das gesamte Content-Services-Potential von Hyland haben werden.

    Bill schreibt:

    <Zitat> Open Letter from Bill Priemer, President and CEO, Hyland
    To the Alfresco community, I’m happy to share that Hyland has entered into a definitive agreement to acquire Alfresco.We expect to finalize the transaction in Q4 2020, after we satisfy customary closing conditions and regulatory approvals. Until this time, we will continue to operate as two companies. Upon transaction close, we expect to integrate the Alfresco business into Hyland. As a content services provider that enables thousands of organizations to deliver better experiences to the people they serve, we’ve made it our mission to help our employees, customers and partners achieve their full potential. Upon close, this acquisition will enable us to help more organizations achieve their digital transformation goals and become more informed, empowered and connected. These organizations will have access to Hyland’s unparalleled range of content services capabilities and benefit from our extensive industry experience, track record of innovation,and focus on customer success.We look forward to adding new team members with deep content services expertise, and providing them with fulfilling work experiences and opportunities for personal and professional growth.We’re also excited to develop new partnerships and engage with Alfresco’s open source community as a source of product innovation.This acquisition will create tremendous opportunities across the Alfresco community. We’ll keep you informed as we work to integrate our businesses after the closing of the transaction, and I’ll look forward to connecting with you soon. Sincerely, Bill Priemer, President and CEO, Hyland” </Zitat>

    Nachfragend zu den Hintergründen bei Alfresco kam dann zunächst folgende inoffizielle, persönliche Antwort:

    <privat> “This is a very synergistic deal in customers, markets, solutions and business models. Hyland has stated that they value our open source model and the complementary global reach. Combined, Hyland and Alfresco have a very interesting scale and momentum.” </privat>

    Stellt man diese inoffizielle Auskunft als “offiziell anmutend” in Frage, erhielten wir folgende private Replik:

    <privat> “If you drew a Venn diagram between the two customer bases, they barely touch. They have virtually no presence in Europe and about half our business over the years has been in the EU. Even in the USA, we sell in different parts of the country and different industries and different parts of the same industries. We have focused on platform and they have focused on solutions. They have a traditional enterprise business model and we use open source subscription model. It’s more than “official”, it’s true.” </privat>

    Ob das auch so zusammenpasst, wird sich in den nächsten Jahren zeigen. Offizielle Statements seitens Hyland zu den Details wird es laut Tim Hood auf Linkedin erst geben, wenn die Transaktion offiziell abgeschlossen ist:
    <Zitat> “Once the transaction is finalised, Hyland will be in a position to provide some additional commentary. I’m glad we;ve generated such interest for you.” </Zitat>

    Antwort
  • Sehr unterschiedliches Business-Modell
    16. September 2020 um 11:16
    Permalink

    Zumindest von aussen betrachtet unterscheiden sich Alfreco und Hyland in vielen Aspekten stark:

    • Kultur (Startup und Open Source vs. traditionelles B2B Unternehmen, bei dem OpenSource weder Kunden noch Unternehmen im Fokus steht)
    • Technologie-Stack ( Java vs. .NET )
    • Use Cases & Skills (Technologien vs.  Lösungen)
    • Business-Model (Subscription Model für eine Technolgie-Plattform auf der man die Use Cases primär durch Entwicklung umsetzt vs. komplexes Lizenzmodell für diverse Produktkomponenten mit Lösungscharakter)
    • Ökosystem (Entwickler Community vs. Lösungs-Community)

    Ich würde mir wünschen, beide Unternehmen profitieren voneinander, indem sie die Kompetenz des jeweilg anderen erkennen und nutzen. Wie wahrscheinlich ist es aber, dass das auch so kommt?
    Wir sind sehr gespannt.

    Antwort
  • OpenText offeriert Service für Alfresco ...
    6. Oktober 2020 um 16:21
    Permalink

    Nach intensivem Geschacher wurde Alfresco an Hyland verkauft – auch wenn die Kultur, Produkte und Plattformen nicht so richtig zusammen zu passen scheinen. Nun offeriert auch OpenText, die sich ebenfalls für Alfresco interessiert hatte, Services für Alfresco: Code Updates, Implementierungsunterstützung, Helpdesk-Support und ähnliches (https://prn.to/2GIl78W). So soll es auch eine eigene Opentext Alfresco Community Edition der Software geben. Dafür gibt es extra ein Team bei OT.
    Alles zum Schutz der übernommenen Documentum-Plattform vor Hyland-Alfresco-Ablösungsversuchen?
    Nutzung der ursprünglichen Vorbereitungen und Investments für die ursprünglich geplante Übernahme von Alfresco?
    Alles nur um Hyland den Spass an Alfresco zu verderben?
    Doch noch ein wenig vom Community- und Anwender-Gemeinschaft an Potential abgreifen?
    Die Nachwirkungen der Übernahme werden die Branche – und leider auch die betroffenen Partner und Anwender – noch eine Weile bewegen.

    Antwort
  • Es bleibt spannend ...
    6. Oktober 2020 um 18:24
    Permalink

    In der Alfresco Community wundert man sich, das OpenText bisher mit noch keinem einzigen Ticket oder gar einem Fix bzw. einer sogenannten “Contribution” aufgefallen ist.
    So oder so ist diese Neuigkeit spannend, da es den Druck auf Alfresco und Hyland erhöht, die OpenSource-Philosophie nicht einfach fallen zu lassen …

    Antwort

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