Willkommen im Neuen Jahr 2020!

3. Januar 2020 19:24 Uhr  |  PC_admin  |  Permalink


Bei uns in der Information-Management-Branche geht es auch gleich wieder gut los.
Der Markt für ECM-Lösungen in Deutschland – wer ist eigentlich noch eigenständig?
Hier ist wohl der nächste Anbieter zur Übernahme fällig: Eintrag vom 30.12.2019 in der Liste des Bundeskartellamts http://bit.ly/2QupfvP zu Optimal Systems und Kyocera. Mal sehen, wie es dann Berlin und Bielefeld zugeht. Wahrscheinlich lässt Kyocera die Unternehmen Ceyoniq und Optimal Systems erstmal einfach parallel nebeneinanderher weiterlaufen. Und dann gibt es ja auch noch ALOS und den Hamburger Workflow-Lösungspartner Upload@24 – also genug unterschiedliche, sich überschneidende Produkte. Und es gibt noch Tochtergesellschaften von Kyocera im Systemberatungsgeschäft wie die TA Triumph Adler Document Business, die wiederum mit ganz anderen Produkten unterwegs sind. All diese Vielfalt spielt sich erstmal in Deutschland ab, auch wenn es die Japaner direkt sind, die das Investment tätigen. Irgendwann muss sich Kyocera dann aber mal aufraffen, und eine durchgängige Zukunftsstrategie im ECM-Segment entwickeln.

Jetzt gibt es unter den „klassischen“ deutschen Anbietern nur noch wenige eigenständige wie d.velop, ELO, EASY, LoboDMS, Windream und ein paar andere kleinere. Auch hier wird es in den kommenden 18 Monaten noch einiges an Veränderungen geben.

Übrigens – auf der Seite Fusionskontrolle heißt die Branche immer noch ECM. Enterprise Content Management ist also offenbar doch nicht – ganz? – tot. 

4 Kommentare zu “Willkommen im Neuen Jahr 2020!

  • OPTIMAL SYSTEMS wird von Kyocera übernommen.
    10. Januar 2020 um 19:27
    Permalink

    Inzwischen ist auch die offizielle Pressemitteilung erschienen: http://bit.ly/35D9neE. Unsere Annahme, dass Kyocera Optimal Systems erstmal unverändert und eigenständig weiterlaufen lassen wird, hat sich bestätigt.

    Optimal Systems schrieb zudem an ihre Kunden und Partner folgende Erläuterung zur Übernahme … es bleibe alles wie bisher:

    „OPTIMAL SYSTEMS wird von Kyocera übernommen.

    Kyocera baut dadurch seine Softwarekompetenz insbesondere im Bereich ECM, Dokumentenmanagement und Geschäftsprozess-Optimierung aus und übernimmt einen der führenden deutschen, inhabergeführten Anbieter von Enterprise Content Management Software (ECM). Kyocera verfolgt das Ziel, mit einem viel breiteren Produkt-Portfolio ihren Kunden nun mehr als bisher anzubieten und dadurch neue Kundengruppen zu erschließen.

    Mit der Übernahme wurden klare Vereinbarungen getroffen, die für Sie als Kunde wichtig sind:

    OPTIMAL SYSTEMS bleibt als ausgewiesener ECM-Spezialist absolut eigenständig.
    OPTIMAL SYSTEMS operiert mit der gleichen Strategie sowie den identischen Dienstleistungen wie bisher.
    OPTIMAL SYSTEMS wird in gleicher Struktur und unverändert geführt – Tochtergesellschaften und Niederlassungen werden weiter uneingeschränkt Ihr Ansprechpartner sein.
    Das gesamte Management bleibt unverändert an Bord.
    Sämtliche Software wird konsequent weiterentwickelt, ausgebaut und in allen Marktsegmenten sowie mit allen Services kontinuierlich weiter angeboten.

    Was macht den Deal für Kyocera attraktiv?

    OPTIMAL SYSTEMS verfügt, wie kaum ein anderer ECM-Software-Hersteller, über eine über Jahre hinweg bewährte Expertise, die wir in diversen Marktsegmenten gemeinsam mit unseren Kunden erarbeitet und ausgebaut haben.

    Kyocera hat strategisch in OPTIMAL SYSTEMS investiert, weil Strategie, Portfolio und Zukunftsplan von OPTIMAL SYSTEMS attraktiv sind.

    Kyocera ist daran interessiert, Digitalisierung breiter zu verstehen und sich mit Software zu verstärken, die sie aus dem Fokus der Hardware-orientierten Kundenbetreuung langfristig noch besser herausbringen kann.

    OPTIMAL SYSTEMS verfügt über eine kundennahe Betreuungsstruktur und hat vor allem bestmöglich qualifizierte Mitarbeiter.

    OPTIMAL SYSTEMS hat eine hervorragende Kundenbindung und Reputation. Darüber hinaus wird die Upgradefähigkeit unserer Produkte als vorbildlich bewertet – ein wichtiger Indikator für Qualität.

    OPTIMAL SYSTEMS lebt eine überzeugende Vision, die über ECM hinausreicht und auf die Content Management Prozesse des nächsten Jahrzehnts ausgerichtet ist.

    Worauf freut sich OPTIMAL SYSTEMS als eigenständiges Mitglied der Kyocera-Gruppe?

    OPTIMAL SYSTEMS hat sich in den letzten fast 30 Jahren in Deutschland sehr gut entwickelt und wird in ausgewählten Marktsegmenten sogar als Marktführer anerkannt. Unsere Kundennähe war dafür vor allem wichtiger Wachstumsgarant.

    International sehen wir jedoch noch Potenziale. Dafür ist es attraktiv, eher bestehende Strukturen zu nutzen, als diese selbst aufzubauen. Unsere Ressourcen möchten wir lieber weiter in die Entwicklung unserer Technologien, in unsere Mitarbeiter sowie unsere Kunden und Partner stecken, als in den Aufbau internationaler Organisationen und den Aufbau einer internationalen Marktakzeptanz. Kyocera bietet uns vor allem vertriebliche Synergien für internationales Wachstum.

    Wie wird es weiter gehen?

    Unverändert für Sie. Mit neuem Schwung für uns. Mit mir als Gründer und CEO von OPTIMAL SYSTEMS.
    Mit unseren Gesellschaften der Firmengruppe. Und mit unseren Partnern. Aber vor allem mit Ihnen – denn für Sie entwickeln wir Software. Jeden Tag.

    Antwort
    • Abwarten
      10. Januar 2020 um 19:27
      Permalink

      Also nach Docuware die zweite Übernahme durch einen großen internationalen Player. Noch darf man nicht von einem Schrumpfen der deutschen Anbieter sprechen, denn in beiden Fällen klingen die Absichten für eine goldene Zukunft super.

      Allerdings sollte man folgendes beachten: Wie in vielen Fällen erkennt man die wahren Absichten und Strategien erst in 3-4 Jahren. Das bewährte international erprobte Muster ist dabei immer identisch.

      Zu aller erst muss bei einer solchen Ankündigung so schnell wir möglich eine Schadensbegrenzung betrieben werden, denn dies löst sonst sofort unweigerlich, analog einer drohenden Insolvenz, Fluchtinstinkte bei Kunden und Partnern aus. Bis zu Panik. Natürlich auch Ängste bei den Mitarbeitern. Kompetenzen werden so oder so gehen, da man nicht in einer gigantischen Unternehmensstruktur gefangen sein möchte. Jede strategische Entscheidung dauert durch die Instanzen künftig ein Vielfaches länger.

      Aus meiner Erfahrung kann man sagen, dass, je „perfekter“ die PR für alle klingt, desto gravierender wird der Effekt in einigen Jahren sein. Im Grunde ist das eine Blendung.

      Zuerst wird die kompromisslose Ernsthaftigkeit dargestellt. Die positiven Nachrichten laufen über 1-2 Jahre auf Höchstleistung, z.B. die perfekten Integrationen, Zukunftsstrategien zum Produkt und vieles mehr.

      Dann allerdings setzt, was ich in diesem Falle nicht hoffe, der Zersetzungsprozess ein. Rein Kaufmännisch kann man Redundanzen nicht akzeptieren. Gerade international ist Controlling ein scharfes Schwert. Das bedeutet: Cut Off im Management, Service, Support, Technologien. Dieser schleichende Prozess setzt nach 3-4 Jahren ein.

      In der Regel wird nach einer Übernahme in den nächsten Jahren auch das ganze Verwaltungssystem dem Gekauften übergestülpt (zentrale Buchhaltung, etc). Das lähmt den Gekauften automatisch. In wie weit dann ein erfolgreiches Unternehmen ausgebremst wird und seine Zukunftsfähigkeit verliert, zeigt sich dann.

      Der PR Text ist so wunderschön perfekt, dass ich SEHR gespannt bin, wie OS in das Mega-Konstrukt eingebettet wird. Setzen wir das mal in 4 Jahren auf Termin und schauen uns mal die Realität an. Die Kleinen im ECM Bereich werden sich in jedem Fall freuen.

      Das muss natürlich in diesem Fall nicht so sein, aber das sind schlicht Erfahrungen im IT Markt. Wer sich mit dieser Verfahrensweise intensiver auseinandersetzen möchte, betrachtet gerne auch die zahlreichen Übernahmen eines der größten ECM Anbieter Weltweit im Markt, der fast alles an WCM und vieles an ECM aufgekauft hat.

      Antwort
  • Kyocera übernimmt auch noch Everteam
    23. Januar 2020 um 17:51
    Permalink

    …der Zoo wird noch größer, Kyocera kauft auch Everteam:
    https://www.kyoceradocumentsolutions.com/news/rls_2020/rls_20200122.html

    So ein Portfolio zusammengekaufter Produkte wie bei Opentext – vor allem wie hier mit großer Überlappung von vier ECM-Systemen – wirft natürlich immer viele Fragen auf. Bin mal gespannt, wie es da weitergehen wird.

    Viele Grüße,
    Gregor

    Antwort
  • Gemischtwarenladen
    23. Januar 2020 um 20:05
    Permalink

    Hallo Gregor,
    genau das meinte ich mit der fehlenden übergreifenden Strategie für Enterprise Content Management (oder wie immer man unsere „Branche“ nennen mag). Es wird übrigens nicht das letzte Unternehmen sein, dass Kyocera übernimmt;)
    Man muss hier auch sehen, was die nationalen Kyocera-Einheiten, die man mit viel Eigenständigkeit laufen lässt, und die Zentrale aus Japan in welchen Märkten auch immer bewegen wollen. Die Übernahme von Everteam (http://bit.ly/3aCKgfM) zielt mehr auf den französischen Markt, OS auf den deutschsprachigen (auch wenn sich damit Internationalisierungsträume verbinden). Auch Ever Team Software SAS sieht sich als internationaler Player und fühlt sich durch den Quadranten von Gartner und andere Studien hierin bestätigt. Es entsteht – wie Du richtig sagst – ein Zoo von Produkten. OpenText hat diese bewußt nicht zusammengeführt, weil dies schief gehen muss. Dies sieht man gut am Ende der Einkaufstour von Lexmark, die sich ein ähnliches Portfolio zusammengekauft hatten. Was außerdem auffällig ist – Kyocera setzt auf „traditionelle“ ECM-Anbieter. Dies ist ein Geschäftsumfeld, dass dem „Drucken & Kopieren“ verwandt ist, wohingegen andere Anbieter auf die neueren Technologien im Umfeld von Analytics, Cloud, Artificial Intelligence, Machine Learning, Auto-Klassifikation etc. setzen. Man siehe sich nur die Einkaufslisten von Apple, Google, Facebook, IBM, TenCent & Co. an. Wenn Kyocera sich nicht aufrafft, eine einheitliche, für ihren Vertriebskanal gangbare ECM-/EIM-/IIM-/ContentServices-/Automation-/Future-Workplace-Strategie aufzusetzen, wird das Ganze wieder auseinander fallen. Es ist ein Unterschied ob man Drucker-Produkte oder komplexe Informationsmanagement-Projekte verkauft.
    Schöne Grüße,
    Uli

    Antwort

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